Kreativer Turniermodus und Preise für alle

Ein Septembermorgen bei strahlendem Sonnenschein. 55 Schülerinnen und Schüler tauschen für einige Stunden das Klassenzimmer gegen einen Vorplatz am Tivoli ein. Auf dem Unterrichtsplan diesmal: die Streettour 2021. Das Straßenfußballturnier, das unter dem Motto kick racism out ausgetragen wird, gehört seit Jahren zum festen Repertoire des Fanprojekts. Das gemeinsame Erleben, die Freude am Fußball und ein fairer Wettkampf stehen unabhängig von Geschlecht, sozialer oder kultureller Herkunft im Mittelpunkt. Corona wirkt sich selbstverständlich auch auf diese Veranstaltung und die Rahmenbedingungen aus. Erst durch eine neue Verordnung, die zwei Wochen vorher in Kraft tritt, kann das Turnier überhaupt durchgeführt werden. Der Zeitdruck, Pläne und organisatorische Abläufe auf den letzten Drücker festzulegen, wird gerne in Kauf genommen, damit die Streettour nach 2,5 Jahren pandemiebedingter Pause endlich wieder stattfinden kann.

 

Wegen der unterschiedlichen Anzahl von insgesamt 11 Jungen-, Mädchen- und gemischten Teams wird ein weltweit einzigartiger Turniermodus angewandt. Ziel ist es, dass möglichst alle die gleiche Anzahl an Begegnungen haben. Auf eine Vorrunde folgen zwei Gruppen, die für sich eigenständige Turniere ausspielen. Anstelle eines klassischen Finals gibt es zwei Sieger, zwei Zweite, zwei Dritte usw. So fair wie in diesem Jahr ist es auf dem Platz bisher noch nie zugegangen. Die Schiedsrichter*innen haben wenig zu tun, übermotivierte Lehrkräfte suchen wir ebenfalls vergeblich. Das begeistert genauso wie wieder einmal die Teilnahme der Mädchen. Während es für viele Jungen wichtig ist, den anderen zu zeigen, dass sie die Besten am Ball sind, lässt sich bei den meisten Teilnehmerinnen beobachten, dass sie das Miteinander auf und neben dem Platz sehr genießen. Doch ganz ohne Emotionen und Ehrgeiz geht es bei ihnen natürlich auch nicht. So ist ein Mädchen nach einer Niederlage hörbar sauer: „So ein Scheiß! Ich bin hier, um zu gewinnen!“ Einziger Wehrmutstropfen sind die vergleichsweise vielen Verletzungen, die durch Stürze auf den rauen Untergrund hervorgerufen werden.

 

Nach insgesamt 32 Partien und 210 Toren endet ein lebendiger Turniertag. Gewonnen haben die Kupferstädter Gesamtschule aus Stolberg und die Martin-Luther-King-Schule aus Aachen. Leer geht allerdings niemand aus, da neben Pokalen für jedes Team auch alle Teilnehmenden eine Medaille und einen Fanprojekt-Turnbeutel mit nach Hause nehmen dürfen.

Hauptfächer Fußball, Spaß und Miteinander

Morgens, kurz vor 10 Uhr, die Sonne lacht über dem Tivoli. Die Courts sind noch nicht vollständig aufgebaut, da trifft schon die erste Gruppe zu unserem Straßenfußballturnier Streettour 2019 ein. Ein herzliches Willkommen, ein paar organisatorische Hinweise und dann werden die Rucksäcke schnell an den Teamtisch gelegt, damit es mit dem Schultrikot am Körper und dem Ball am Fuß zum Warmmachen geht.

 

23 Teams mit 110 Schüler*innen aus Aachen, Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen haben sich angemeldet, darunter 2 gemischte und 5 Mädchen-Teams. Die Mädchen spielen einen eigenen Wettbewerb aus. Das Straßenfußballturnier, das wir einmal im Jahr veranstalten, steht unter dem Motto kick racism out. Wir setzen damit wieder ein Zeichen, Jungs und Mädchen unabhängig ihrer Herkunft wunderbar miteinander auskommen und diese keine Rolle spielt . Die Partien sind wesentlich fairer als in den Vorjahren, die Kritik an den Schiris hält sich in Grenzen. Mit Stolz vertreten die Teilnehmer*innen die Farben ihrer Schule. Selbstverständlich wollen sie möglichst erfolgreich abschneiden, dennoch steht das Fußball spielen, der Spaß und das gemeinsame Erleben im Vordergrund.

 

Sehr ehrgeizig, aber technisch und physisch stark, gehen die Teams der Gesamtschule Würselen zu Werke. Sie belegen die ersten drei Plätze bei den Jungs. Vierter wird die Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, die im Halbfinale nur durch Golden Goal bezwungen werden können. Bei der Pokalübergabe müssen wir den Coach der Siegerteams zwangsläufig und mit einem Augenzwinkern fragen, ob in Würselen noch etwas anderes als Fußball auf dem Lehrplan steht. Bei den Mädchen gewinnt ein Team der Realschule Eschweiler vor einem Team der Maria-Sibylla-Merian Gesamtschule Kohlscheid. Die Freude der Sieger*innen über die gewonnenen Pokale ist riesig, doch gehen alle nach einem erlebnisreichen Turniertag mit unseren coolen coolen kick racism out-Beutel nach Hause.