NRW Streettour 2018

Faire Spuren im Sand

Ein langer Arbeitstag beginnt. Ich kann mich nicht erinnern, mich morgens beim Anblick von Regen und einer nassen Straße schon mal so sehr gefreut zu haben. Die Entscheidung, unser Fußballturnier in die Beachhalle zu verlegen, war genau richtig. Für die Teilnehmer und uns als Veranstalter wird es eine ganz neue Erfahrung sein und wir wissen nicht, wie dieses Experiment bei den Schülern ankommen wird.

 

Die Halle ist rappelvoll und ein feiner Sandschimmer liegt in der Luft. Diesmal haben sich 120 Jungen und Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren mit 23 Teams angemeldet. „So haben wir uns das gewünscht, als wir diese Anlage geplant haben“, sagt Susanne, die Betreiberin der Halle und weißt auf die speziellen Regeln vor Ort hin: „Im Beach essen, Löcher buddeln und mit Sand werfen ist total doof und verboten.“ Zur Begrüßung erhält jeder Teilnehmer ein kleines Verpflegungspaket bestehend aus Sportler-Nahrung und einem coolen Kick-racism-out-Beutel. Das Turnier verläuft reibungslos und total fair. Die Spiele sind meistens ausgeglichen. Wer nicht gerade mit seinem Team auf dem Feld steht, versucht sich im Volleyball oder Kicker, tobt im Sand oder beobachtet die Partien gechillt aus dem Liegestuhl.

 

Die Streettour unter dem Motto „Kick racism out“ wird vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Der integrative Grundgedanke des Fußballs und ein faires Miteinander stehen bei diesem Projekt im Vordergrund. Das Besondere ist die bunte Mischung der Teilnehmer: Jungen und Mädchen, Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, aus verschiedenen Kommunen und allen möglichen weiterführenden Schulformen. Im Mädchen-Wettbewerb siegt Dänemark (Realschule Eschweiler) vor Japan (Realschule Alsdorf) und Australien (Gesamtschule Laurensberg). Im Jungen-/ Mixed-Team-Wettbewerb gewinnt Uruguay (Gesamtschule Alsdorf) mit 2:1 gegen Island (Realschule Alsdorf). Im Spiel um Platz 3 kann sich Deutschland (Willi-Fährmann-Schule Eschweiler) knapp mit 1:0 gegen Belgien (Realschule Eschweiler) behaupten. Der Förderschullehrer bedankt sich mit einem Schulterklopfer für die gute Organisation: „Meine Schüler sind so stolz! Sie hätten nicht gedacht, dass sie sich so gut schlagen. Es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Uns auch! Experiment geglückt! Am Abend zieht die Alemannia dann noch ins Landespokalfinale ein und rundet einen langen Tag erfolgreich ab.

Wie aus der Streettour die Beachtour wurde

Einmal im Jahr, in der Regel Ende April richten wir ein Straßenfußballturnier aus, die sogenannte Streettour. Mit Blick auf den Terminplan beginnen die Planungen dafür schon einige Monate vorher. Die Kollegen aus dem Ruhrgebiet, die mit ihren beiden Soccercourts durch unser Bundesland reisen, müssen Zeit haben. Der Parkplatz am Tivoli, wo wir einen idealen Platz für das Turnier zur Verfügung gestellt bekommen, muss verfügbar sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Alemannia ein Spiel austragen muss, sollte möglichst gegen null tendieren. Wenn sowohl ein Termin als auch noch ein Ersatztermin gefunden wurde, folgen die bewährten organisatorischen Abläufe von der Werbung an alle weiterführenden Schulen der StädteRegion bis hin zur Spielplanerstellung. Der einzige Faktor, der immer bis zuletzt unberechenbar bleibt, ist das Wetter.

 

Für unseren Turniertag werden viel Regen und Wind prognostiziert, obwohl es in der Vorwoche für diesen Monat noch ungewöhnlich sommerlich-heiß war. Blödes Timing. Ob es letztlich trocken bleibt oder nicht, kann kein Wetterportal verlässlich voraussagen. Draußen auf Stein spielen lassen? Keine Option, denn wenn es zu nass ist, ist die Verletzungsgefahr zu groß. Das Turnier ausfallen lassen? Lieber nicht, da die Enttäuschung der Schüler sicherlich sehr groß wäre. Eine überdachte Alternative in der Nähe finden? In der Kürze der Zeit eigentlich unmöglich. Doch dann haben wir eine Idee. Unweit des Tivoli gibt es eine neue Kletter- und Beachhalle. Warum nicht das Turnier von der Straße dorthin verlegen? Wir staunen, als wir die riesige Halle sehen. Die Bedingungen sind ideal, die Mitarbeiter sehr freundlich, die Plätze für unseren Zeitraum zum Glück noch nicht vergeben. Als wir den Lehrern der angemeldeten Teams zwei Tage vor unserem Turnier mitteilen, dass der Untergrund nicht aus Stein, sondern aus Sand besteht, gibt es keine Einwände. Die Schüler sind voller Vorfreude, von etwaigen Sandallergien ist nichts bekannt und so wird aus der Streettour zum ersten Mal die Beachtour.

 

NRW Streettour 2017

An einem recht freundlichen Tag im April treffen sich 60 Schülerinnen und Schüler aus Aachen, Stolberg und Würselen zur Streettour 2017. 11 Teams der Klassen 5 und 6 treten bei unserem Straßenfußballturnier auf einem Parkplatz hinter dem Tivoli gegeneinander an. Wegen der krummen Anzahl der Teams und des vorgegebenen Zeitplans haben wir den Modus „Jeder gegen jeden“ gewählt. Mindestens 10 Spiele – die Finalisten haben sogar noch eine Partie mehr – scheint auf den ersten Blick ziemlich anstrengend zu sein. Doch alle Teams bekommen natürlich Verschnaufpausen zwischen den Spielen. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist es doch das Schönste, auf dem Platz zu stehen, den Ball ins Tor zu schießen und die Farben des Vereins bzw. in diesem Fall die eigene Schule zu vertreten. Das meint auch Max: „Cool, dass wir soviel spielen dürfen!“ Und wenn Max oder die anderen in ihren Pausen nicht verschnaufen wollen, dann können sie noch ihre Schussstärke an der Ballgeschwindigkeitsmessanlage testen.

 

Die Streettour der NRW-Fanprojekte steht unter dem Motto „kick racism out“ und wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Vor allem der integrative Grundgedanke des Fußballs und ein faires Miteinander stehen bei diesem Projekt im Vordergrund. Das Besondere in Aachen ist die bunte Mischung der Teilnehmer/innen: Jungen und Mädchen, Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, aus verschiedenen Kommunen und allen möglichen weiterführenden Schulformen spielen um Pokale und Platzierungen. Die Spiele sind hart umgekämpft, manchmal leider zu hart. Es fallen viele Tore, die Statistik zählt insgesamt 273 in 57 Partien. Im Finale setzt sich Brasilien (Gesamtschule Würselen I) verdient mit 5:2 gegen Portugal (Alkuinschule Aachen) durch. Den 3.Platz belegt Spanien (Sekundarschule Stolberg), das Kamerun (Gesamtschule Würselen II) knapp mit 3:2 bezwingt. Das einzige Team, das komplett aus Mädchen besteht, kommt von der Amos Comenius Schule. Die Spielerinnen verlässt nach hohen Niederlagen nicht der Mut, sie spielen bis zum Ende fair und engagiert weiter. Deshalb werden die Mädchen mit einem Fair-Play-Pokal belohnt.

NRW Streettour 2016

Zwei Fußball-Courts sind auf einem Parkplatz des Tivoli aufgebaut, die Ballgeschwindigkeitsmessanlage steht, nur die Musikanlage braucht noch eine Feinjustierung. Die Sonne scheint an diesem Tage bis auf wenige Ausnahmen, der befürchtete Regen bleibt aus. Und als die 19 Teams mit 94 Schüler/innen der 5. und 6.Klasse aus Aachen, Alsdorf, Eschweiler, Monschau Simmerath und Stolberg da sind, kann das Turnier endlich beginnen. Die Streettour der NRW-Fanprojekte steht unter dem Motto „kick racism out“ und wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Vor allem der integrative Grundgedanke des Fußballs und ein faires Miteinander stehen bei diesem Projekt im Vordergrund. Das Besondere in Aachen ist die bunte Mischung der Teilnehmer/innen: Jungen und Mädchen, Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, aus verschiedenen Kommunen und allen möglichen weiterführenden Schulformen spielen um Pokale und Platzierungen. Die Endrunde ist hart umkämpft. Im Finale bezwingt Argentinien (Geschwister-Scholl-Gymnasium) Frankreich (Gymnasium Alsdorf) knapp mit 4:3, Dritter wird Brasilien (Marienschule Aachen) mit 2:0 gegen Chile (Waldschule Eschweiler). Ein etwas anderer Schultag endet mit der Siegerehrung. Gut gelaunt und mit Medaillen treten die Teams die Heimfahrt an.