Stellungnahme zur Kritik an Aachener Fans (23.5.17)

Die Nachricht der erneuten Insolvenz der Alemannia Aachen GmbH kam überraschend plötzlich. In ihren Erklärungen machten Verantwortliche zunächst „große Teile von Fangruppierungen“ und später sogenannte „Hardcore-Fans“ als Teilschuldige dieses nun notwendigen Schrittes aus. Auf Enttäuschung und Wut folgten bei den Treuesten der Treuen schnell eine „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ und die Bereitschaft zur erneuten Unterstützung. Außer vereinzelter Häme gab es viel Zuspruch für die Anhänger/innen der Alemannia weit über die Stadtgrenzen hinaus und sogar von Fans verfeindeter Clubs.

 

Alemannia Aachen verfügt über eine lange Tradition. Der Verein wird verbunden mit Pokalsensationen, der unnachahmlichen Stimmung in seiner ehemaligen Spielstätte und seiner treuen Anhängerschaft. Für viele Fans und für zahlreiche ehrenamtliche Helfer/innen ist Alemannia Aachen ein wichtiger Lebensinhalt. Mit dem Verein verbinden sie Freundschaften und viele Emotionen. Selbstverständlich möchten sie ihre Alemannia lieber in einer höheren Liga spielen sehen und natürlich verschließen sie ihre Augen nicht vor wirtschaftlichen Zwängen, doch bedeutet ihnen Fußball eben mehr als 90 Minuten, ein Tabellenplatz, Öffentlichkeitswirksamkeit oder kommerzieller Erfolg.

 

Fangruppen, Fans und Kritik an bestimmten Investitionsmodellen für die aktuelle Lage verantwortlich zu machen, war kontraproduktiv und falsch. Seine Fans sind das Kapital von Alemannia Aachen. Diese Fans möchten ernstgenommen werden und im Dialog auf Augenhöhe stehen. Sie wünschen sich Ehrlichkeit, Nähe und ein Miteinander. Werte, die ganz modern sein sollten.

 

AWO Fanprojekt Aachen, März / Mai 2017

Stellungnahme zu Äußerungen zum kollektiven Fahnenverbot (3.12.16)

In einem Interview des Fan-Magazins In der Pratsch mit Timo Skrzypski, Geschäftsführer der Alemannia Aachen GmbH, vom 3.12.2016 wird u.a. das aktuell praktizierte kollektive Fahnenverbot bei Auswärtsspielen thematisiert. Dabei kann bei den Leser/innen der Eindruck entstehen, dass das AWO Fanprojekt Aachen in den Entscheidungsprozess, der zu dieser Maßnahme geführt hat, eingebunden gewesen sei. In diesem Zusammenhang stellen wir fest, dass wir weder in Gespräche über ein Fahnenverbot noch den folgenden Zaunfahnenkompromiss einbezogen worden sind, sondern lediglich kurz vor Bekanntmachung der Maßnahme durch den Fanbeauftragten des Vereins informiert wurden.

 

AWO Fanprojekt Aachen, Dezember 2016